Vogelwelt in Gefahr!

Die einheimische Vogelwelt ist in ihrer Vielfalt und in ihren Beständen bedroht! Bereits fast die Hälfte aller einheimischen Brutvogelarten weist schon zum Teil starke Bestandsrückgänge auf.

So gelten laut der aktuellen "Roten Liste der Brutvögel Deutschlands" schon 13 Arten als in ihrem "Bestand erloschen", 29 weitere besitzen den Status "vom Aussterben bedroht" und 19 gelten als "stark gefährdet". Insgesamt 27 Arten fallen unter die Kategorie "gefährdet" und weitere 29 werden als "Art mit geographischer Restriktion" eingestuft, d.h. sie kommen nur in bestimmten Teilen Deutschlands als Brutvogel vor. Insgesamt 17 Brutvogelarten werden zudem auf der "Vorwarnliste" geführt, was bedeutet, dass sie zwar noch nicht auf der Roten Liste stehen, ihre Bestandsentwicklungen aber bereits Grund zur Besorgnis darstellen.

Insgesamt stehen damit schon etwa 110 einheimische Brutvogelarten auf der Roten Liste!
Fallbeispiel Graureiher:

Der Graureiher ist heute die häufigste Reiherart in Deutschland. Doch das war nicht immer so: In den 1960er- und 1970er-Jahren war er durch starke Bejagung (galt als Fischräuber) sehr selten geworden und zuletzt sogar vom Aussterben bedroht. Doch durch den gezielten Schutz der Brutkolonien und ein striktes Jagdverbot konnte er seine Bestände bis heute fast versechsfachen. Wie dem Graureiher ging es in der Geschichte auch vielen anderen Arten (z.B. Kormoran oder Eisvogel, die beide ebenfalls als Fischdiebe galten). Erfahrungsgemäß wird leider alles, was als Gefahr für den Umsatz (z.B. der Fischzucht) angesehen wird, erst einmal vertrieben oder dezimiert, bis man sich Gedanken über die möglichen Folgen macht. Es bleibt zu hoffen, dass nicht immer erst eine Art vor dem Aussterben stehen muss, damit etwas zu ihrem Schutz getan wird!
Natur- und Vogelschutz:

In vielen Fällen wurde die Problematik des Bestandsrückgangs bestimmter Arten schon erkannt und es wurden spezielle Schutzgebiete zum Erhalt dieser Art oder ganzer Vogelgruppen ausgewiesen. Es gibt bereits über 8000 Naturschutzgebiete in Deutschland, die insgesamt etwa 3 bis 4 Prozent der Landesfläche ausmachen. Dennoch ist es wichtig, weitere Schutzgebiete für Arten einzurichten, deren Bestände weiter zurückgehen, bzw. darauf zu achten, dass die Vorschriften in Naturschutzgebieten auch eingehalten werden. Denn oft werden diese Gebiete gleichzeitig zur Naherholung genutzt und dabei die Regeln allzu oft ignoriert. Es gibt bereits einige Erfolge im Natur- und Vogelschutz, sodass z.B. gezielte Schutzmaßnahmen für Seeadler, Uhu oder Graureiher zur Erholung ihrer Bestände geführt haben und sie nicht mehr auf der Roten Liste stehen. Dies sollte man als Ansporn sehen, weitere Maßnahmen zum Schutz unserer Vogelwelt zu ergreifen, denn wie einige Erfolgsgeschichten zeigen, lohnt es sich!
 
Fallbeispiel Haubenlerche:

Die Haubenlerche ist ein recht unauffälliger Brachland-bewohner und trotzdem als Name vielleicht dem ein oder anderen noch ein Begriff, denn früher, vor etwa 30 Jahren, war sie in Deutschland noch ein häufiger und bekannter Brutvogel. Doch durch die systematische Zerstörung ihres Lebensraumes ist sie heute vom Aussterben bedroht. Allein in Niedersachsen lebt heute nur noch schätzungsweise 1 Prozent des Bestandes von vor 30 Jahren! Zukünftige Entwicklung ungewiss...

-> zum Steckbrief der Haubenlerche
 Die Bedrohungen:

Die Zerstörung des natürlichen Lebensraumes verbunden mit Mangel an geeigneten Brutplätzen und dem Verschwinden der Nahrungsquellen ist als Hauptursache für den Bestandsrückgang vieler Arten in Deutschland anzusehen. Auch fehlende Rücksichtnahme auf die Vögel in unserer direkten Umgebung (z.B. Störungen der Brut durch Touristen) oder etwa der Klimawandel tragen ihr Übriges dazu bei. Es ist dringend ein Umdenken und weitere Schutzmaßnahmen notwendig, um ein drohendes Artensterben in den nächsten Jahren und Jahrzehnten bei uns zu verhindern.

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> mehr dazu unter "Ursachen der Gefährdung"


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